Warehouse Management: Lebensmittel effizient und fehlerfrei kommissionieren
Die Kommissionierung als Erfolgsfaktor im Lebensmittel-Großhandel
Automatisierte Fördertechnik, Palettier-Roboter, Hochregallager und moderne ERP-Systeme prägen das Bild zeitgemäßer Logistikzentren. Doch so beeindruckend die Technik auch sein mag – über die Leistungsfähigkeit eines Lebensmittel-Großhändlers entscheidet am Ende oft ein Prozess, der vergleichsweise unscheinbar wirkt: die Kommissionierung.
Die Kommissionierung zählt zu den zentralen Wertschöpfungsprozessen im Lebensmittel-Großhandel. Täglich müssen tausende Artikel aus unterschiedlichen Lagerbereichen entnommen, kundenindividuell zusammengestellt und termingerecht für die Auslieferung bereitgestellt werden.
Hohe Erwartungen der Kunden
Die Erwartungen sind berechtigterweise hoch: Kunden wollen höchste Lieferqualität, vollständige Sendungen und maximale Frische. Hinzu kommen zunehmender Kostendruck, Fachkräftemangel sowie immer kürzere Bestell- und Lieferzyklen.
Wer Lebensmittel effizient und fehlerfrei kommissionieren möchte, benötigt deshalb weit mehr als Listen und Scanner. Die Grundlage für effiziente und fehlerfreie Prozesse bildet heute ein leistungsfähiges Warehouse Management System (WMS), das die Lagerprozesse in Echtzeit steuert und dabei optimal mit dem vorhandenen ERP-System SAP zusammenarbeitet.
Ergänzt um moderne Technologien wie die sprachgeführte Kommissionierung mit proVoice entstehen durchgängige digitale Prozesse, die den besonderen Anforderungen der Lebensmittelbranche gerecht werden.
Die besonderen Anforderungen der Lebensmittelkommissionierung
Die Kommissionierung von Lebensmitteln unterscheidet sich in vielen Punkten von anderen Branchen. Während beispielsweise in der Industrie häufig standardisierte Produkte mit langen Lebenszyklen bewegt werden, ist die Lebensmittelbranche von einer deutlich höheren Dynamik geprägt.
Darüber hinaus müssen viele Unternehmen sowohl Trocken-, Kühl- als auch Tiefkühlsortimente parallel bewirtschaften. Die Kommissionierung erfolgt häufig unter erheblichem Zeitdruck, ohne dass die Prozessqualität darunter leiden darf.
Fehler bei der Zusammenstellung von Kundenaufträgen verursachen nicht nur direkte Kosten für Nachlieferungen oder Retouren. Sie können auch die Kundenbeziehung nachhaltig beeinträchtigen.
Herausforderungen der Lebensmittelbranche:
- kurze Produktlebenszyklen
- hohe Artikelvielfalt
- Chargenmanagement
- Mindesthaltbarkeitsdaten (MHD)
- unterschiedliche Temperaturzonen
- tägliche Auftragsschwankungen
- hohe Serviceanforderungen
- enge Lieferfenster
Warum SAP allein für die operative Lagersteuerung oft nicht ausreicht
In vielen Lebensmittel-Großhandelsunternehmen bildet SAP das zentrale ERP-System. Dort werden unter anderem Einkauf, Vertrieb, Stammdatenmanagement, Finanzbuchhaltung und Controlling gesteuert. SAP liefert damit die Grundlage für sämtliche Geschäftsprozesse und stellt sicher, dass unternehmensweit auf konsistente Daten zugegriffen wird.
Für die operative Steuerung komplexer Lagerprozesse sind jedoch häufig spezialisierte Funktionen erforderlich, die über klassische ERP-Aufgaben hinausgehen. Dazu gehören beispielsweise die dynamische Lagerplatzverwaltung oder die Bestandsführung in Echtzeit. Vor diesem Hintergrund kommen moderne Wareouse Management Systeme ins Spiel.
Funktionen, die über ein klassisches ERP-System hinausgehen:
- Dynamische Lagerplatzverwaltung
- Echtzeit-Bestandsführung
- Wegeoptimierung
- Kommissioniersteuerung
- Nachschubmanagement
- Ressourcenplanung
- Steuerung von Lagertechnik
pLG WMS als zentrale Plattform für die Lagersteuerung
Mit pLG WMS steht Unternehmen eine spezialisierte Lösung zur Verfügung, die sämtliche Lagerprozesse in Echtzeit steuert und dabei nahtlos mit SAP zusammenarbeitet. Während SAP die kaufmännischen und dispositiven Prozesse übernimmt, verantwortet pLG WMS die operative Lagerlogistik.
Durch die permanente Verarbeitung sämtlicher Lagerbewegungen entsteht jederzeit Transparenz über Bestände, Aufträge und Ressourcen. Gerade in der Lebensmittelbranche, in der Verfügbarkeit und Frische entscheidende Wettbewerbsfaktoren sind, schafft diese Transparenz die Grundlage für sichere Entscheidungen.
Zentrale Funktionen von pLG WMS:
- Wareneingangssteuerung
- Lagerplatzverwaltung
- Bestandsführung
- Chargenverwaltung
- MHD-Management
- Nachschubsteuerung
- Kommissionierung
- Verpackung
- Verladung
- Inventur
Fehlerfreie Kommissionierung beginnt bei der richtigen Bestandsführung
Eine hohe Kommissionierqualität setzt voraus, dass die Bestandsdaten jederzeit aktuell und korrekt sind. Bereits kleine Bestandsabweichungen können erhebliche Folgen wie Kommissionierabbrüche oder verspätete Auslieferungen haben.
Ein modernes Warehouse Management System sorgt dafür, dass sämtliche Warenbewegungen in Echtzeit erfasst werden. Dadurch stehen sowohl den Mitarbeitern im Lager als auch den Fachabteilungen in SAP jederzeit aktuelle Informationen zur Verfügung.
Besonders wichtig ist dies bei Produkten mit unterschiedlichen Chargen oder Mindesthaltbarkeitsdaten.
Mögliche Folgen von Bestandsabweichungen:
- Kommissionierabbrüche
- Suchzeiten
- Fehlbestände
- verspätete Auslieferungen
- unnötige Nachschubfahrten
MHD- und Chargenmanagement als Schlüssel zur Prozessqualität
Im Lebensmittel-Großhandel reicht es nicht aus, lediglich die verfügbare Menge eines Artikels zu kennen. Ebenso wichtig sind Informationen über Chargen, Herkunft oder die Mindesthaltbarkeitsdaten. Ein leistungsfähiges Warehouse Management System berücksichtigt diese Informationen automatisch bei der Auftragsbearbeitung.
Dabei kommen häufig sogenannte FEFO-Strategien (First Expired, First Out) zum Einsatz. Das System stellt sicher, dass bevorzugt jene Ware kommissioniert wird, deren Haltbarkeit zuerst endet. Dadurch lassen sich Abschreibungen reduzieren und gleichzeitig die Frische beim Kunden erhöhen.
Informationen, die ein WMS bei der Auftragsbearbeitung berücksichtigen muss
- Chargen
- Herkunft
- Produktionsdaten
- Mindesthaltbarkeitsdaten
Pick-by-Voice steigert Produktivität und Qualität
Ein entscheidender Hebel für effizientere Kommissionierprozesse ist die sprachgeführte Kommissionierung. Mit der Pick-by-Voice-Lösung proVoice erhalten Mitarbeiter ihre Arbeitsanweisungen direkt über ein Headset. Die Kommunikation erfolgt vollständig sprachgesteuert.
Der Mitarbeiter hört beispielsweise: „Gang 5, Platz 17, entnehmen Sie drei Kartons.“ Anschließend bestätigt er den Lagerplatz und die Entnahmemenge per Spracheingabe.
Insbesondere in Kühl- und Tiefkühllagern zeigt sich die Stärke sprachgeführter Prozesse. Handschuhe, Feuchtigkeit oder niedrige Temperaturen beeinträchtigen die Nutzung von Sprachsystemen deutlich weniger als die Bedienung klassischer Datenerfassungsgeräte.
Ein weiteres Argument für Pick-by-Voice liefert der Fachkräftemangel. Dank Pick-by-Voice können neue Mitarbeiter oft schon nach wenigen Stunden produktiv eingesetzt werden, da sie Schritt für Schritt durch den Prozess geführt werden.
Vorteile von Pick-by-Voice:
- beide Hände bleiben frei
- keine Papierlisten
- kein permanenter Blick auf Displays
- geringere Fehlerquoten
- höheres Kommissionier-Tempo
- geringere Einarbeitungszeiten
- standardisierte Prozesse
- höhere Mitarbeiterzufriedenheit
Das Zusammenspiel von SAP, pLG WMS und proVoice
Die größte Wirkung entfaltet moderne Kommissionierung, wenn alle Systeme nahtlos miteinander zusammenarbeiten. Eine durchgängige Prozesskette verhindert Medienbrüche und sorgt dafür, dass sämtliche Daten jederzeit aktuell zur Verfügung stehen.
Integrierter Kommissionier-Prozess in sieben Schritten:
- Der Kundenauftrag entsteht in SAP
- Die Auftragsdaten werden an pLG WMS übertragen
- Das Warehouse Management System optimiert die Kommissionieraufträge
- proVoice führt die Mitarbeiter sprachgesteuert durch den Lagerprozess
- Rückmeldungen erfolgen in Echtzeit
- Bestände werden automatisch aktualisiert
- SAP erhält aktuelle Statusinformationen zurück
Echtzeittransparenz verbessert die Steuerung
Neben Produktivität und Qualität ist Transparenz eine dritte zentrale Forderung, die ein durchgängiges Kommissioniersystem zu erfüllen hat. Leitende Mitarbeitende in der Intralogistik benötigen unter anderem aktuelle Informationen über das anstehende Auftragsvolumen, die Produktivität oder Fehlerquoten.
Ein modernes Warehouse Management System stellt diese Informationen in Echtzeit bereit. Dadurch können Engpässe frühzeitig erkannt und Ressourcen gezielt eingesetzt werden.
Informationen, die ein modernes WMS zur Verfügung stellen sollte:
- Bearbeitungsstände
- Auftragsvolumen
- Ressourcenauslastung
- Kommissionierleistungen
- Fehlerquoten
- Bestandsentwicklungen
Fazit
Eine effiziente und fehlerfreie Kommissionierung ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für wirtschaftlichen Erfolg im Lebensmittel-Großhandel. Die hohe Dynamik der Branche, die Anforderungen an Frische, Chargenrückverfolgbarkeit und Mindesthaltbarkeitsdaten machen eine professionelle Lagersteuerung unverzichtbar.
Warehouse Management Systeme entwickeln sich dabei zunehmend zur zentralen Steuerungsplattform der gesamten Lagerlogistik. Ergänzt um Technologien wie Pick-by-Voice, mobile Datenerfassung und KI-basierte Optimierungsverfahren entstehen intelligente Logistikzentren, die flexibel auf Veränderungen reagieren können.
Während SAP die zentrale Rolle als ERP-System übernimmt, sorgt pLG WMS für die operative Steuerung sämtlicher Lagerprozesse in Echtzeit. Die sprachgeführte Kommissionierung mit proVoice ergänzt diese Systemlandschaft um eine leistungsfähige Technologie, die den Pickprozess stark vereinfacht.
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