Sea Waybill

Was ist Sea Waybill?

Das Sea Waybill: Ein wichtiges Dokument im internationalen Seefrachtverkehr

Bei dem Sea Waybill handelt es sich um ein Warenbegleitpapier bei Verschiffungen, es ist daher meistens bei internationalen Geschäften zu finden. Es übernimmt dabei hauptsächlich zwei Funktionen:

  • Quittung für die verladenen Güter
  • Nachweis über den eingegangenen Beförderungsvertrag

Das Sea Waybill wird abhängig von der Verkaufsklausel von dem Frachtführer an den Verkäufer oder den Käufer ausgestellt. Dies hängt davon ab, wer die Verschiffung in Auftrag gibt. Der Frachtführer kann dann entweder ein entsprechender Spediteur oder aber auch direkt eine Reederei sein.

Sobald die zu verladende Ware in einem Container oder als Stückgut auf ein Schiff verstaut wurde, wird dieser Frachtbrief ausgestellt. Diese Punkte sind dann auf dem Sea Waybill enthalten:

  • Angaben zum Absender, dem Empfänger und ggfs. den anmeldenden Spediteur
  • Ggfs. Angaben zu einer weiteren, zu informierenden Partei (zum Beispiel dem Empfangsspediteur)
  • Ladehafen und Empfangshafen
  • Empfangsort (ggfs.) und Endbestimmungsort
  • Schiffsname mit der entsprechenden Reisenummer
  • Die Beschreibung der verladenen Ware
  • Die Markierungen der Ware oder die Containernummer im FCL-Verkehr
  • Gewicht, Maße und Anzahl der Packstücke
  • Datum der Verladung

Sea Waybill und Bill of Lading: Die Unterschiede

Bei dem Bill of Lading, auf Deutsch Konnossement genannt, handelt es sich ebenfalls um einen Seefrachtbrief. Dieser besitzt gegenüber dem Sea Waybill jedoch einige zusätzliche Funktionen. Die Wichtigste ist die des Warenwertpapiers. Dies bedeutet, dass der Besitzer eins originalen Konnossements mit diesem einen Anspruch auf die Ware hat.

Die Eigenschaft als Warenwertpapier macht dieses Dokument zudem verhandelbar. Das bedeutet, dass sich das Eigentum der auf dem B/L genannten Ware nur mit der Übergabe des Konnossements vom Verkäufer zum Käufer übertragen lässt. Ein Sea Waybill besitzt diese Funktion jedoch nicht. Daher akzeptieren Banken den Seefrachtbrief in Akkreditivgeschäften auch nicht.

Wann macht ein Sea Waybill Sinn?

Ein Sea Waybill macht den internationalen Versand von originalen Dokumenten überflüssig. Daher ist es meistens sinnvoll, in diesen Fällen ein solches ausstellen zu lassen:

  • Die zu befördernde Ware wurde im Voraus bezahlt
  • Die Ware soll nicht während des Transportes wiederverkauft werden
  • Das Vertrauen zwischen Verkäufer und Käufer ist groß

Manchmal bestehen Verkäufer aber auf die Ausstellung eines Konnossements. Wollen Sie dennoch keine Originaldokumente handhaben müssen, so können Sie eine Telexfreigabe beantragen. Ihr Verkäufer reicht das ausgestellte Konnossement im Ausland bei der Reederei ein, wodurch er das Eigentum der Ware sofort an Sie übergibt. Die Auslandorganisation der Reederei informiert nun die örtliche Vertretung über diesen Vorgang und Sie kommen am Ende ohne den aufwendigen Prozess der Dokumentenübertragung an Ihre Ware.

Die Ausstellung eines Sea Waybills: Ein Beispiel

Die Funktionen eines Sea Waybills lassen sich am einfachsten anhand eines Beispiels erklären.

Sie kaufen Ware bei einem langjährigen Geschäftspartner in China, zu dem Sie gute Beziehungen führen. Wegen des gegenseitigen Vertrauens entscheiden Sie sich, bei der Verschiffung dieser Waren auf ein Sea Waybill zurückzugreifen. Da das Geschäft über die DAP-Klausel abgewickelt wird, bucht Ihr Verkäufer den Container und die entsprechende Seefracht für die Ware. Bei der Reederei bittet er um die Ausstellung eines Seawaybills.

Nach der Verladung des Containers und der Abfahrt des Schiffes, erhält Ihr Geschäftspartner das Sea Waybill per Mail von der Reederei. Dieses kann er nun an Sie weiterleiten und dient somit als Nachweis für die rechtmäßige Übergabe der Ware. Nach Ankunft im Empfangshafen können Sie dann ohne weiteres über die Ware verfügen.

Wichtig: Die versehentlich falsche Ausstellung eines Konnossements oder eines Sea Waybills kann im Nachgang schwere Folgen haben. Oftmals wird der Freistellungs- oder Zahlungsprozess behindert, wodurch sich die Anlieferung der Ware verzögern kann. Daher ist es sehr wichtig, dass sich alle beteiligten Parteien besprechen, welche Art des Seefrachtbriefes ausgestellt wird – Käufer, Verkäufer und Reederei/Spediteur.

Bild: Avigator Fortuner / Shutterstock

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