Opportunitätskosten

Was sind Opportunitätskosten in der Logistik?

Die Distribution einzelner Warenbestandteile geht mit einem hohen logistischen Aufwand einher. Vor allem in der industriellen Fertigung oder im E-Commerce gibt es oftmals unzählige Hilfs- oder Rohstoffe, die es vorzuhalten und effizient einzusetzen gilt. Dabei gibt es grundsätzlich mehrere Arten, zu einer Entscheidung zu gelangen – sog. Opportunitätskosten bezeichnen dabei einen fiktiven Nutzen, der infolge dieser Entscheidung als rechnerischer „Aufwand“ kalkuliert wird. Derartige Opportunitätskosten sind jedoch explizit kein Bestandteil der betrieblichen Kosten- und Leistungsrechnung.

proLogistik erläutert Ihnen die Hintergründe verschiedener Opportunitätskosten und erklärt, wie sich diese im Zuge der Lagerhaltung reduzieren lassen.

Definition Opportunitätskosten: Ein nicht unerheblicher Aspekt in der Lagerhaltung

Jede Kostenart, die dadurch gegeben ist, dass Zeit oder Kapital auch anderweitig genutzt werden können, bezeichnet man als Opportunitätskosten. Man spricht auch von Alternativkosten, denn Opportunitätskosten entstehen in jedem Fall. Sie unterscheiden sich aber je nach Abwägung oder Entscheidung, die getroffen wird. Das Schwierige besteht darin, sie genau abzugrenzen und zu benennen.

Ein Beispiel: Die Lagerkosten eines Unternehmens sind geprägt durch verschiedene Kostentypen, etwa durch Raummiete, IT-Infrastruktur und dergleichen. Einen wesentlichen Anteil haben jedoch zumeist sog. Kapitalbindungskosten. Dabei handelt es sich um Opportunitätskosten, die allein dadurch gegeben sind, dass das in den Lagerbeständen ausgedrückte Kapital hier gebunden wird. Eine gängige Berechnungsformel derartiger Opportunitätskosten lautet: Kapitalkosten = Durchschnittlicher Lagerwert x kalkulatorische Zinsen.

Welche Arten von Opportunitätskosten existieren in Bezug auf Lagerwirtschaft?

Ein vordergründiges Ziel der Lagermanagements liegt natürlich in der Senkung der Betriebskosten und einhergehend in der Erhöhung der betrieblichen Effizienz. Ein derart geführtes Unternehmen, in welchem die Intralogistik anhand moderner Maßstäbe ausgelegt ist, minimiert Kosten und andere mit der Lagerhaltung verbundene Risiken. Bevor wir dazu übergehen, Kosten der Lagerhaltung zu reduzieren, müssen zunächst die Hauptbestandteile der Logistik dargestellt werden:

Beschaffungskosten

Sämtliche Arbeitsschritte in Bezug auf Einkauf, Lieferantenauswahl und Auftragsmanagement werden darin eingefasst. Je nach Umfang der Zusammenarbeit gibt es die Möglichkeit, Lieferanten einen Zugriff auf Lagerbestände einzuräumen, um anhand von stetig ausgetauschten Statusmeldungen einen kontinuierlichen Warenfluss sicherzustellen. Typische Opportunitätskosten in diesem Zusammenhang sind zum Beispiel höhere Einzelpreise aufgrund von zu geringen Abnahmemengen beim Lieferanten.

Lagerhaltungskosten

Alle Aspekte, die für ein reibungsloses Funktionieren der Lagerwirtschaft notwendig sind, werden als Lagerhaltungskosten zusammengefasst. Vor allem kleine oder unzureichend verwaltete Lager gehen mit hohen Opportunitätskosten einher, da beispielsweise Ladenhüter wertvolle Fläche und Kapital binden, Bestände nicht regelmäßig optimiert oder Bestellabläufe an reale Nachfragesituationen angepasst werden.

Transportkosten

Entlang der gesamten Transportkette, also im Handling von Rohstoffen, Hilfsgütern und sonstigen Elementen, gibt es häufig Preisschwankungen. Bedingt etwa durch externe Faktoren wie Rohstoffpreise, wechselnde Logistikketten oder unzureichend geplante Transportrouten.

Kurzum: Viele Aspekte können als mehr oder minder relevante Opportunitätskosten gelten. Je nach Ausgestaltung des Lagers ist es deshalb wichtig, einen Schwerpunkt bei der Reduzierung dieses theoretischen Kostenblocks zu setzen. Im folgenden Absatz finden Sie ausgewählte Tipps zur Senkung der Lagerhaltungskosten.

Zum Schluss: Drei Tipps, mit denen Lagerhaltungskosten signifikant reduziert werden können

Aufgrund der Komplexität des Themas ist es schwierig, allgemeingültige Tipps zur Reduktion von Opportunitätskosten zu geben. Wir beschränken uns deshalb auf Lagerhaltungskosten, die durch gewisse Weichenstellungen einen spürbaren Effekt haben.

Kommissionierung optimieren

Der Kommissionierer ist das Bindeglied im Lager, hier entscheidet sich die Effizienz des Lagerhandlings. Intelligente Systeme, darunter Pick-by-Light oder Pick-by-Voice, können den Durchlauf pro Kommissionierer erhöhen – und damit zugleich Opportunitätskosten durch die Wahl einer Kommissionierart reduzieren.

Stock Keeping Units (SKU) zur Kontrolle des Lagerbestands

Um eine jederzeitige, exakte Kontrolle des Lagerbestands zu ermöglichen, dienen Barcodes. Sie werden gescannt und so als Teil der Lagerbewegung dokumentiert. SKU-Nummern sind hingegen alphanumerisch aufgebaut, lassen Farben, Größen und andere Merkmale integrieren und können besonders in der Intralogistik genutzt werden. Mit einer leistungsfähigen Lagerverwaltungssoftware können die Anforderungen an höhere Mindestbestände und eine flächendeckende Verfügbarkeit erfüllt werden.

Platzbedarf fortwährend analysieren

Je nach Verteilung von Kleinteilen, Paletten und Co. braucht es Tools, um diese ordnungsgemäß handhaben zu können. Je weitgehender diese Lagerwaren standardisiert werden, desto effizienter lässt sich der Lagerplatz nutzen.

 

Bild: Oleksiy Mark / Shutterstock

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