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Manuell, halbautomatisch oder vollautomatisch?

Tourenplanung im Vergleich

Tourenplanung im Vergleich

Die drei Ansätze der Tourenplanung von TMS

Unterschiede zwischen manueller, halb- und vollautomatischer Planung

Simpel oder hochkomplex: Die beruflichen Anforderungen an Disponenten für die tägliche Tourenplanung gehen weit auseinander. Der Schwierigkeitsgrad hängt ab vom jeweiligen Geschäftsbereich, wobei hier zum Beispiel in Nahverkehr, Fernverkehr, Stückgut oder Komplettladungen unterschieden werden kann.

Es kommt aber auch darauf an, ob mit Rahmentouren oder einer völlig freien Disposition gearbeitet wird, oder ob auch noch Rücksendungen und Abholungen eingeplant werden müssen. 

Steigender Druck auf die Unternehmen 

In jedem Fall ist das Planen effizienter Touren eine der zentralen Aufgaben in Logistik und Supply Chain Management. Steigende Transportkosten, knappe Fahrerkapazitäten, volatile Sendungsmengen und wachsende Nachhaltigkeitsanforderungen erhöhen den Druck auf Unternehmen, ihre Transportprozesse optimal zu organisieren. 

Ein Transportmanagementsystem (TMS) spielt dabei eine Schlüsselrolle. Hier gibt es Lösungen für die manuelle, halbautomatische und vollautomatische Tourenplanung. Doch wie werden die Touren erstellt und welcher Planungsansatz ist für das eigene Unternehmen am besten geeignet? 

Fest steht: Nicht immer ist die vollautomatische Tourenplanung die beste Lösung, denn jeder Ansatz hat seine Stärken und Grenzen.

Tourenplanung als Kernfunktion des TMS 

Die Tourenplanung beschreibt den Prozess, bei dem Transportaufträge zu wirtschaftlich und operativ sinnvollen Touren zusammengefasst werden. Ziel ist es, Fahrzeuge optimal auszulasten, Liefertermine einzuhalten und Kosten sowie Emissionen zu minimieren. 

Ein modernes TMS verarbeitet dafür eine Vielzahl von Informationen wie zum Beispiel Versandaufträge mit Mengen, Gewichten und Volumina, Lieferadressen und Zeitfenster, Fahrzeugtypen und Kapazitäten sowie Frachtkosten, Tarife und Zuschläge. Auch Restriktionen wie Maut, Fahrverbote oder Lenk- und Ruhezeiten werden dabei berücksichtigt. 

Wie stark diese Informationen automatisiert genutzt werden, hängt maßgeblich vom Planungsmodus des TMS ab. Hier werden die manuelle, die halbautomatische und die vollautomatische Tourenplanung unterschieden. 

Ein modernes TMS verarbeitet eine Vielzahl von Informationen: 

  • Versandaufträge mit Mengen, Gewichten und Volumina 
  • Lieferadressen und Zeitfenster 
  • Fahrzeugtypen und Kapazitäten 
  • Frachtkosten, Tarife und Zuschläge 
  • Restriktionen wie Maut, Fahrverbote oder Lenk- und Ruhezeiten 

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Manuelle Tourenplanung

Modulare Softwarearchitekturen verfolgen einen grundlegend anderen Ansatz. Statt eines großen, alles umfassenden Systems bestehen sie aus klar abgegrenzten, unabhängigen Funktionsbausteinen, die über standardisierte Schnittstellen miteinander kommunizieren. 

Erfahrung zählt 

Bei der manuellen Planung werden die Aufträge manuell ausgewählt und Touren zugeordnet. Der Disponent nutzt dabei seine Erfahrung, regionalen Kenntnisse und persönliche Präferenzen. Das TMS prüft häufig nur grundlegende Restriktionen wie zum Beispiel die Fahrzeugkapazitäten.  

Zu den Vorteilen der manuellen Planung zählt die hohe Flexibilität, die sich insbesondere bei Sonderfällen und Ausnahmen auszahlt. Prinzipiell wird hier das Erfahrungswissen langjähriger Disponenten genutzt. Außerdem gibt es nur geringe Anforderungen an die Stammdatenqualität und Regelwerke. 

  • Aufträge werden manuell ausgewählt und Touren zugeordnet 
  • Der Disponent nutzt Erfahrung, regionale Kenntnisse und persönliche Präferenzen 
  • Das TMS prüft häufig nur grundlegende Restriktionen (z. B. Fahrzeugkapazitäten) 
Manuelle Tourenplanung

Keine systematische Optimierung 

Nachteilig ist hingegen der hohe Zeitaufwand bei steigenden Sendungsmengen und die Abhängigkeit von einzelnen Personen. Hinzu kommt eine nur begrenzte Transparenz, während manche Entscheidungen nicht immer nachvollzogen werden können. Schließlich bietet die manuelle Tourenplanung kaum systematische Kosten- oder CO2-Optimierung. 

Vorteile 

✅ Hohe Flexibilität bei Sonderfällen 

✅ Erfahrungswissen erfahrener Disponenten kann gezielt eingesetzt werden 

✅ Geringe Anforderungen an Stammdatenqualität und Regelwerke 

Nachteile 

❌ Hoher Zeitaufwand bei steigenden Sendungsmengen 

❌ Abhängigkeit von einzelnen Personen 

❌ Begrenzte Transparenz und Nachvollziehbarkeit von Entscheidungen 

❌ Kaum systematische Kosten- oder CO₂-Optimierung 

Fazit

Halbautomatische Tourenplanung

Die halbautomatische Tourenplanung kombiniert algorithmische Unterstützung mit menschlicher Entscheidungsfreiheit. Das TMS erstellt auf Basis definierter Regeln und Parameter Vorschläge für Touren, die vom Disponenten geprüft, angepasst und freigegeben werden. 

Disponent kann eingreifen 

Bei der halbautomatischen Tourenplanung werden die Tourenvorschläge automatisch gebildet, wobei Zeitfenster, Kapazitäten, Entfernungen und Kosten berücksichtigt werden. Bei Bedarf kann der Disponent manuelle Anpassungen vornehmen. 

Als wichtigster Vorteil kann hier die deutliche Zeitersparnis gegenüber der manuellen Planung verbucht werden – in Verbindung mit einer höheren Planungsqualität und Konsistenz. Das Erfahrungswissen der Disponenten bleibt dennoch weiterhin nutzbar, was nicht zuletzt zu einer gute Akzeptanz unter den Mitarbeitenden führt. 

  • Automatische Bildung von Tourenvorschlägen 
  • Berücksichtigung von Zeitfenstern, Kapazitäten, Entfernungen und Kosten 
  • Manuelle Anpassung bei Bedarf (z. B. Zusammenlegen oder Trennen von Touren) 

Potenzial nicht immer ausgeschöpft 

Nachteilig wirkt sich aus, dass bei der halbautomatischen Tourenplanung eine hohe Abhängigkeit von sauber gepflegten Stammdaten besteht. Zudem können Disponenten algorithmische Vorschläge „übersteuern“. Das bestehende Optimierungspotenzial wird nicht immer vollständig ausgeschöpft.

Vorteile 

✅ Deutliche Zeitersparnis gegenüber manueller Planung 

✅ Höhere Planungsqualität und Konsistenz 

✅ Erfahrungswissen bleibt weiterhin nutzbar 

✅ Gute Akzeptanz bei Disponenten 

Nachteile 

❌ Abhängigkeit von sauber gepflegten Stammdaten 

❌ Optimierungspotenzial wird nicht immer vollständig ausgeschöpft 

❌ Disponenten können algorithmische Vorschläge „übersteuern“ 

Fazit

Vollautomatische Tourenplanung

Bei der vollautomatischen Tourenplanung übernimmt das TMS den gesamten Planungsprozess. Touren werden ohne manuelle Eingriffe auf Basis definierter Ziele, Restriktionen und Optimierungskriterien erstellt und direkt an nachgelagerte Systeme oder Frachtführer übergeben. 

Vollständige algorithmische Optimierung 

Die vollautomatischen Planung zeichnet sich aus durch eine vollständige algorithmische Optimierung und die Berücksichtigung einer Vielzahl von Restriktionen in Echtzeit. Das Unternehmen profitiert von einer Optimierung hinsichtlich Kosten, Servicegrad, Auslastung und CO2-Ausstoß. Zudem reagiert das System automatisch auf Änderungen wie Auftrags-Stornos oder Verzögerungen. 

Der vollautomatische Ansatz bietet demnach maximale Effizienz und Skalierbarkeit sowie reproduzierbare, transparente Entscheidungen. Auf Störungen kann schnell reagiert und die Disponenten spürbar entlastet werden. 

  • Vollständige algorithmische Optimierung 
  • Berücksichtigung einer Vielzahl von Restriktionen in Echtzeit 
  • Zielorientierte Optimierung (Kosten, Servicegrad, CO₂, Auslastung) 
  • Automatische Reaktion auf Änderungen wie Auftragsstornos oder Verzögerungen 

Einführung ist aufwändig 

Nachteilig ist hingegen der hohe Zeitaufwand bei steigenden Sendungsmengen und die Abhängigkeit von einzelnen Personen. Hinzu kommt eine nur begrenzte Transparenz, während manche Entscheidungen nicht immer nachvollzogen werden können. Schließlich bietet die manuelle Tourenplanung kaum systematische Kosten- oder CO2-Optimierung. 

Vorteile 

✅ Maximale Effizienz und Skalierbarkeit 

✅ Reproduzierbare, transparente Entscheidungen 

✅ Schnelle Reaktionsfähigkeit bei Störungen 

✅ Entlastung des Dispositionspersonals 

Nachteile 

❌ Hohe Anforderungen an Datenqualität und Regeldefinition 

❌ Aufwändige Einführung und Change Management 

❌ Geringere Akzeptanz bei unzureichender Transparenz 

❌ Sonderfälle müssen klar modelliert sein 

Fazit

Entscheidungskriterien
für den richtigen Automatisierungsgrad 

Welcher Planungsansatz für das eigene Unternehmen der richtige ist, hängt also von mehreren Faktoren ab. Da wären zunächst das Sendungsvolumen und die Dynamik der Prozesse: Je höher und volatiler, desto sinnvoller erscheint eine Automatisierung der Tourenplanung. 

Ohne saubere Stammdaten keine Automatisierung 

Des Weiteren spielt die Komplexität des Netzwerks eine Rolle: Viele Restriktionen machen die manuelle Planung unübersichtlich bis unmöglich, was für eine algorithmische Unterstützung spricht. Die Qualität der vorhandenen Daten ist ebenfalls ein wichtiges Kriterium: Ohne saubere Stammdaten kann es keine Automatisierung geben. 

Gleiches gilt für die Akzeptanz und Offenheit der bisherigen Disponenten für eine Änderung der Prozesse. Wenn hier Blockaden bestehen, müssen diese zuerst ausgeräumt werden. Letztlich hängt die Entscheidung aber auch von den strategischen Unternehmenszielen ab. Steht die Servicequalität im Vordergrund, sollten nach wie vor Menschen involviert und ansprechbar sein.

Keine Gegensätze, sondern Entwicklungsstufen 

Schließlich ist die Frage nach dem passenden Ansatz für die Tourenplanung auch eine Frage nach dem Reifegrad der eigenen Transportorganisation. Manuelle, halbautomatische und vollautomatische Tourenplanung sind keine Gegensätze, sondern Entwicklungsstufen. 

In der Praxis entwickeln sich deshalb viele Unternehmen schrittweise: von manueller Planung über hybride Ansätze hin zu weitgehend automatisierten Prozessen. Entscheidend ist, den Automatisierungsgrad bewusst zu wählen – passend zu Prozessen, Daten und Menschen.

Entscheidungskriterien für den richtigen Automatisierungsgrad

Sendungsvolumen und Dynamik:

Je höher und volatiler, desto sinnvoller Automatisierung

Komplexität des Netzwerks:

Viele Restriktionen sprechen für algorithmische Unterstützung 

Datenqualität:

Ohne saubere Stammdaten keine Automatisierung 

Organisation und Kultur:

Akzeptanz bei Disponenten ist entscheidend

Strategische Ziele:

Kostenführerschaft, Servicequalität oder Nachhaltigkeit 

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FAQ – Die drei Ansätze der Tourenplanung von TMS

manueller, halb- und vollautomatischer Planung

Die Tourenplanung ist der Prozess, bei dem Transportaufträge effizient zu Touren gebündelt werden. Ziel ist es, Fahrzeuge optimal auszulasten, Liefertermine einzuhalten und gleichzeitig Kosten sowie CO₂-Emissionen zu reduzieren.

Die manuelle Planung eignet sich vor allem für:

  • kleine Sendungsvolumina
  • stabile und überschaubare Strukturen
  • individuelle oder komplexe Sonderfälle

Hier steht das Erfahrungswissen der Disponenten im Vordergrund.

Die halbautomatische Planung kombiniert Effizienz und Kontrolle:

  • deutliche Zeitersparnis
  • bessere Planungsqualität durch Algorithmen
  • weiterhin Eingriffsmöglichkeiten für Disponenten

Sie ist besonders geeignet für Unternehmen mit mittlerer Komplexität.

Automatisierte Planung basiert auf Daten. Nur wenn Stammdaten wie Adressen, Zeitfenster oder Kapazitäten korrekt und vollständig sind, können optimale Touren berechnet werden.

Ja – und das ist sogar der typische Weg. Viele Unternehmen entwickeln sich schrittweise:

  1. Manuelle Planung
  2. Halbautomatische Unterstützung
  3. Vollautomatisierte Prozesse

So lassen sich Systeme, Daten und Teams optimal aufeinander abstimmen.

Eine optimierte Tourenplanung kann:

  • die Auslastung von Fahrzeugen verbessern
  • Transportkosten deutlich senken
  • Leerfahrten reduzieren
  • CO₂-Emissionen verringern

Die Entscheidung hängt von mehreren Faktoren ab:

  • strategische Ziele (z. B. Kosten, Service, Nachhaltigkeit)
  • Sendungsvolumen und Dynamik
  • Komplexität des Netzwerks
  • Qualität der Stammdaten
  • Akzeptanz im Team
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