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Erfolgsfaktoren beachten

WMS-Einführung in komplexer IT-Umgebung

Selten auf der grünen Wiese

Komplexe Implementierungen von Warehouse Management Systemen in gewachsenen IT-Umgebungen

Firmengründer haben es gut. Sie können sich ohne Rücksicht auf bestehende Software-Installationen die passende Infrastruktur für ihr Unternehmen zulegen. Entsprechend unproblematisch lässt sich auch das erste Warehouse Management System implementieren.

Dieser jungfräuliche Zustand ist jedoch die Ausnahme. Das gilt besonders für etablierte Branchen wie den Lebensmittel-Großhandel, in denen Start-Ups kaum anzutreffen sind. Im Lebensmittel-Großhandel treffen neue Logistiksysteme auf historisch gewachsene IT-Landschaften, die über Jahre oder sogar Jahrzehnte entstanden sind.

Individuelle Anpassungen erschweren die Umstellung

Neben einem etablierten ERP-System wie SAP existieren häufig zahlreiche weitere Anwendungen für Disposition, Tourenplanung, Telematik, Lagertechnik oder Business Intelligence. Hinzu kommen individuelle Anpassungen, Eigenentwicklungen und Prozesse, die sich im Laufe der Zeit bewährt haben.

Für Leiter der Intralogistik stellt sich daher nicht nur die Frage, welches Warehouse Management System die fachlichen Anforderungen am besten erfüllt. Ebenso entscheidend ist die Fähigkeit, sich in eine komplexe IT-Umgebung integrieren zu lassen und dabei Risiken für den laufenden Betrieb zu minimieren.

Und die Risiken sind nicht gering: Die Einführung eines Warehouse Management Systems (WMS) gehört schließlich zu den strategisch wichtigsten IT-Projekten in der Intralogistik. Insbesondere im Lebensmittel-Großhandel entscheidet die Leistungsfähigkeit der Lagerprozesse maßgeblich über Lieferqualität, Bestandsgenauigkeit und Wirtschaftlichkeit.

Die Realität gewachsener IT-Landschaften im Lebensmittel-Großhandel

Der Lebensmittel-Großhandel zählt zu den Branchen mit besonders hohen Anforderungen an Lagerprozesse. Die tägliche Abwicklung tausender Positionen, die Verwaltung von Chargen und Mindesthaltbarkeitsdaten sowie die Steuerung unterschiedlicher Temperaturzonen erfordern leistungsfähige IT-Systeme.

In vielen Unternehmen bildet SAP das zentrale ERP-System. Dort werden Einkauf, Vertrieb, Finanzbuchhaltung, Stammdatenmanagement und Controlling abgewickelt. Darüber hinaus existieren häufig weitere Systeme für das Kommissionieren, das Yardmanagement oder das Steuern der Fördertechnik beziehungsweise Flurförderzeuge (Staplerleitsysteme).

Diese Anwendungen sind oftmals über Jahre hinweg miteinander verbunden worden. Nicht selten wurden Schnittstellen individuell entwickelt und mehrfach erweitert. Die Folge sind komplexe Abhängigkeiten, die bei der Einführung eines neuen Warehouse Management Systems berücksichtigt werden müssen.

Neben SAP bestehen oft weitere IT-Systeme für diverse Funktionen:

  • Automatische Fördertechnik
  • Kommissionier-Systeme wie Pick-by-Voice
  • Staplerleitsysteme
  • Tourenplanung
  • Yard Management
  • Telematik
  • Business Intelligence
  • Dokumentenmanagement

Warum WMS-Projekte besonders anspruchsvoll sind

Während viele IT-Projekte außerhalb des operativen Kerngeschäfts stattfinden, greift ein Warehouse Management System unmittelbar in die tägliche Wertschöpfung ein. Fehler oder Ausfälle wirken sich direkt auf die Lieferfähigkeit aus.

Die besondere Herausforderung besteht darin, dass während der Implementierung der laufende Lagerbetrieb weitergeführt werden muss. Kunden erwarten unverändert hohe Servicequalität, während parallel Prozesse analysiert, Systeme integriert und Mitarbeiter geschult werden.

Gerade in gewachsenen IT-Umgebungen entstehen viele Herausforderungen nicht durch die eigentliche WMS-Software, sondern durch die Vielzahl angrenzender Systeme.

Typische Risiken bei WMS-Projekten:

  • unvollständige Prozessanalysen
  • unzureichende Stammdatenqualität
  • fehlende Schnittstellenstandards
  • unklare Verantwortlichkeiten
  • mangelnde Einbindung der Fachabteilungen
  • unrealistische Projektpläne
  • fehlende Teststrategien

Die Rolle von SAP als führendem System

In den meisten Lebensmittel-Großhandelsunternehmen bleibt SAP auch nach der Einführung eines externen Warehouse Management Systems das führende ERP-System.

Aufgaben, die typischerweise von SAP übernommen werden:

  • Stammdatenverwaltung
  • Einkauf
  • Verkauf
  • Finanzwesen
  • Controlling
  • Disposition
  • Unternehmensplanung

Die Aufgabenverteilung zwischen SAP und WMS muss klar definiert sein. Während SAP die Stammdatenverwaltung, Ein- und Verkauf, das Controlling und die Planung sicherstellt, steuert das WMS alle Warenbewegungen im Lager und liefert in Echtzeit die Bestandsdaten. Eine erfolgreiche Implementierung hängt daher maßgeblich von einer stabilen und leistungsfähigen Integration zwischen SAP und dem WMS ab.

Aufgaben, die typischerweise das Warehouse Management System übernimmt:

  • Wareneingang
  • Einlagerung
  • Lagerplatzverwaltung
  • Kommissionierung
  • Nachschubsteuerung
  • Inventur
  • Verpackung
  • Verladung
  • Bestandsführung in Echtzeit

Schnittstellen als kritischer Erfolgsfaktor

Zwischen SAP und dem Warehouse Management System müssen zahlreiche Informationen wie Stamm- und Bewegungsdaten sowie Bestände und Statusmeldungen ausgetauscht werden. Die Schnittstellenarchitektur entscheidet deshalb häufig über Erfolg oder Misserfolg eines WMS-Projekts.

Stammdaten: Artikel, Kunden, Lieferanten, Verpackungseinheiten, Chargeninformationen und Lagerstrukturen müssen konsistent in beiden Systemen verfügbar sein.

Bewegungsdaten: Wareneingänge, Umlagerungen, Kommissionierungen und Warenausgänge erzeugen kontinuierlich neue Daten, die synchronisiert werden müssen.

Bestände: Für Einkauf, Vertrieb und Disposition sind aktuelle Bestandsinformationen unverzichtbar. Daher erfolgt ein permanenter Abgleich zwischen WMS und SAP.

Statusmeldungen: Auftragsfortschritte, Kommissionierstatus oder Verladeinformationen müssen in Echtzeit bereitgestellt werden. Besonders in gewachsenen IT-Landschaften empfiehlt sich dabei der Einsatz standardisierter Schnittstellen und klar definierter Integrationsarchitekturen, um die Komplexität beherrschbar zu halten.

Daten, die zwischen SAP und einem WMS ausgetauscht werden müssen:

  • Stammdaten
  • Bewegungsdaten
  • Bestände
  • Statusmeldungen

Prozessanalyse vor Technik

Einer der häufigsten Fehler bei WMS-Einführungen besteht darin, technische Fragestellungen zu früh in den Vordergrund zu stellen. Erfolgreiche Projekte beginnen stattdessen mit einer detaillierten Analyse der bestehenden Prozesse.

Gerade im Lebensmittel-Großhandel zeigt sich häufig, dass bestehende Prozesse durch die Einführung eines modernen Warehouse Management Systems erheblich vereinfacht werden können.

Bei der Prozessanalyse sollten folgende Fragen beantwortet werden:

  • Welche Prozesse schaffen tatsächlich Mehrwert?
  • Welche Abläufe sind historisch gewachsen und könnten vereinfacht werden?
  • Welche Informationen werden heute mehrfach erfasst?
  • Wo entstehen Medienbrüche?
  • Welche manuellen Tätigkeiten lassen sich automatisieren?

pLG WMS als Integrationsplattform für moderne Lagerlogistik

Mit pLG WMS bietet proLogistik ein Warehouse Management System, das speziell für anspruchsvolle Logistikumgebungen entwickelt wurde und sich auch in komplexe IT-Landschaften integrieren lässt. Ein wesentlicher Vorteil liegt in der Fähigkeit, bestehende SAP-Systeme sowie weitere logistische Anwendungen und Automatisierungslösungen anzubinden.

Durch die flexible Integrationsarchitektur können Unternehmen ihre bestehende IT-Landschaft schrittweise modernisieren, ohne bewährte Systeme vollständig ersetzen zu müssen.

Funktionen, die von pLG WMS unterstützt werden:

  • Echtzeit-Bestandsführung
  • Chargen- und MHD-Verwaltung
  • Multi-Order-Kommissionierung
  • mobile Datenerfassung
  • Pick-by-Voice
  • Staplerleitsysteme
  • Fördertechniksteuerung
  • Lagerautomatisierung
  • umfangreiche Reporting-Funktionen

Testmanagement entscheidet über den Projekterfolg

Je komplexer die IT-Landschaft, desto wichtiger wird ein professionelles Testmanagement. Dabei reicht es nicht aus, einzelne Schnittstellen technisch zu prüfen. Vielmehr müssen vollständige End-to-End-Prozesse getestet werden. Insbesondere bei SAP-Integrationen sollten sämtliche Datenflüsse unter realistischen Bedingungen validiert werden, bevor das System produktiv geschaltet wird.

Typische Testszenarien umfassen:

  • Wareneingänge mit Chargenverwaltung
  • MHD-gesteuerte Einlagerungen
  • Kommissionierprozesse
  • Nachschubsteuerung
  • Inventurabläufe
  • Retourenprozesse
  • Verladeprozesse
  • Ausnahme- und Fehlerfälle

Change Management als oft unterschätzter Erfolgsfaktor

Neben der technischen Integration spielt die Akzeptanz der Mitarbeiter eine zentrale Rolle. Ein neues Warehouse Management System verändert häufig Arbeitsabläufe, Verantwortlichkeiten und Entscheidungswege. Mitarbeiter müssen frühzeitig eingebunden werden, um Vorbehalte abzubauen und wertvolles Praxiswissen in das Projekt einzubringen.

Die Erfahrung zeigt, dass technische Herausforderungen meist lösbar sind. Die größere Herausforderung besteht oft darin, Veränderungen organisatorisch erfolgreich umzusetzen.

Erfolgsfaktoren für WMS-Projekte:

  • Key User frühzeitig beteiligen
  • Praxisnahe Schulungen
  • Einrichten von Pilotbereichen
  • Gestalten der Prozesse gemeinsam mit den Anwendern

Zukunftssicherheit durch offene Systemarchitekturen

Die Anforderungen an die Intralogistik werden in den kommenden Jahren weiter steigen. Automatisierung, Robotik, KI-basierte Optimierung und Echtzeit-Transparenz werden zunehmend zum Standard. Unternehmen profitieren daher von WMS-Lösungen, die auf offenen Architekturen basieren und sich flexibel erweitern lassen.

Dadurch können neue Technologien integriert werden, ohne das ERP-System oder bestehende Kernprozesse grundlegend verändern zu müssen. Investitionen bleiben geschützt und die IT-Landschaft kann schrittweise weiterentwickelt werden.

Fazit

Die Einführung eines Warehouse Management Systems in gewachsenen IT-Umgebungen zählt zu den anspruchsvollsten Projekten in der Intralogistik. Gerade im Lebensmittel-Großhandel treffen hohe operative Anforderungen auf komplexe Systemlandschaften, in denen SAP häufig die zentrale Rolle als ERP-System einnimmt.

Der Erfolg solcher Projekte hängt weniger von der Auswahl einzelner Funktionen ab als von einer durchdachten Integrationsstrategie, stabilen Schnittstellen, einer sorgfältigen Prozessanalyse und einem professionellen Change Management.

Mit einer Lösung wie pLG WMS lassen sich moderne Lagerprozesse effizient digitalisieren und gleichzeitig bestehende SAP-Landschaften sowie weitere logistische Systeme nahtlos integrieren.

Unternehmen schaffen damit die Grundlage für höhere Transparenz, bessere Bestandsqualität und eine zukunftssichere Intralogistik, die auch den steigenden Anforderungen des Lebensmittel-Großhandels langfristig gerecht wird.

Häufige Fragen zur WMS-Einführung in gewachsenen IT-Umgebungen

Ein WMS greift direkt in die tägliche Wertschöpfung ein – Fehler wirken sich sofort auf die Lieferfähigkeit aus. Zudem läuft der Lagerbetrieb während der Einführung weiter. Viele Herausforderungen entstehen dabei nicht durch die WMS-Software selbst, sondern durch die Vielzahl angrenzender Systeme.

SAP bleibt in den meisten Fällen das führende ERP-System – zuständig für Stammdaten, Ein- und Verkauf, Finanzwesen, Controlling und Planung. Das WMS steuert alle Warenbewegungen im Lager und liefert die Bestandsdaten in Echtzeit. Die Aufgabenverteilung muss klar definiert sein.

Zwischen SAP und WMS müssen Stammdaten, Bewegungsdaten, Bestände und Statusmeldungen zuverlässig ausgetauscht werden. Die Schnittstellenarchitektur entscheidet häufig über Erfolg oder Misserfolg – gerade in gewachsenen Landschaften helfen standardisierte Schnittstellen und klar definierte Integrationsarchitekturen.

Ein häufiger Fehler ist, technische Fragen zu früh in den Vordergrund zu stellen. Erfolgreiche Projekte beginnen mit einer detaillierten Prozessanalyse – oft lassen sich bestehende, historisch gewachsene Abläufe durch ein modernes WMS deutlich vereinfachen.

Je komplexer die IT-Landschaft, desto wichtiger sind vollständige End-to-End-Tests statt nur einzelner Schnittstellenprüfungen. Besonders bei SAP-Integrationen sollten alle Datenflüsse unter realistischen Bedingungen validiert werden, bevor das System produktiv geht.

Ein neues WMS verändert Arbeitsabläufe, Verantwortlichkeiten und Entscheidungswege. Technische Hürden sind meist lösbar – die größere Herausforderung ist die organisatorische Umsetzung. Bewährt hat sich: Key User früh beteiligen, praxisnah schulen und die Prozesse gemeinsam mit den Anwendern gestalten.

pLG WMS ist auf anspruchsvolle Logistikumgebungen ausgelegt und bindet bestehende SAP-Systeme, weitere logistische Anwendungen und Automatisierungslösungen an. Dank offener, flexibler Integrationsarchitektur lässt sich die IT-Landschaft schrittweise modernisieren, ohne bewährte Systeme vollständig zu ersetzen.

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