Optimaler Bestellzeitpunkt

Optimaler Bestellzeitpunkt

Die Frage danach, wann und in welchem Maße Waren und Güter bestellt werden müssen, ist zentral für das Funktionieren eines Lagers. Innerhalb der betrieblichen Disposition kommt es dabei nicht allein auf die Bestellmenge an, sondern auch auf die Ermittlung des richtigen Bestellzeitpunkts. Doch wie wird ein optimaler Bestellzeitpunkt definiert und wie kann dieser berechnet werden? Zunächst ist herauszustellen, dass „optimal“ in diesem Kontext bedeutet, dass Waren spätestens dann im Lager eintreffen, wenn die für eine Produktion oder Lieferung notwendige Mindestmenge erreicht oder unterschritten wird.

Kurzum: Mit dem optimalen Bestellzeitpunkt ist der Moment gemeint, in dem eine Bestellung spätestens aufgegeben werden muss, um Verzögerungen oder gar Produktionsausfälle zu vermeiden. Da jedoch abhängig von Lieferanten und auch Artikeln unterschiedliche Vorlauf- oder Beschaffungszeiten zu berücksichtigen sind, empfiehlt sich der Einsatz eines modernen Warenwirtschaftssystems.

Arten zur Ermittlung des optimalen Bestellzeitpunkt

Grundsätzlich wird zwischen mengen- bzw. terminrelevanten Bestellverfahren unterschieden, also zwischen dem Bestellpunktverfahren sowie dem Bestellrhythmusverfahren.

  • Bestellpunktverfahren

Das Bestellpunktverfahren ist ein Prinzip zur Ermittlung des optimalen Bestellzeitpunkts, bei welchem auf den verfügbaren Bestand abgezielt wird. Im Kern heißt das, dass dann bestellt wird, wenn noch genügend Waren auf Lager sind, um während der Beschaffungszeit wie gehabt produzieren oder ausliefern zu können. Stets unter der Voraussetzung, dass der zuvor definierte Sicherheitsbestand nicht angetastet wird. Einerseits kann dies auf Basis fester Bestellpunkte erfolgen, etwa periodisch zu bestimmten Zeitpunkten im Jahr – und dann ohne unterjährige Prüfung. Hier wären ein gleichbleibender Bedarf und zuverlässige Wiederbeschaffungszeiten wichtig.

Andererseits existiert der gleitende Bestellpunkt, bei welchem stets nach Entnahme eines Artikels automatisch geprüft wird, ob Grenzwerte erreicht oder unterschritten werden. So findet genau dann eine Bestellung statt, wenn tatsächlich der Bedarf gegeben ist. In der Praxis kommt vor allem diese Variante zur Ermittlung des optimalen Bestellzeitpunkts zum Einsatz.

  • Bestellrhythmusverfahren

Beim Bestellrhythmusverfahren wird, anders als beim oben beschriebenen gleitenden Bestellzeitpunkt, auf Basis fester Abstände eine Bestellung vorgenommen. Hier wird also nicht nach jeder Entnahme geprüft, sondern in zuvor definierten Kontrollzyklen (individuell festgelegte Abstände). Wichtig dabei ist, dass der Bestellzeitpunkt dann eintritt, wenn der Vorrat so ausreicht, dass während der Wiederbeschaffungszeit zuzüglich der Zeitspanne bis zum nächsten Kontrollzyklustermin ausreichend Ware vorhanden ist – ohne den Sicherheitsbestand anzutasten.

Bild: gwycech / Shutterstock

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