Optimale Bestellmenge

Die optimale Bestellmenge = geringste Lagerhaltungskosten für mehr Effizienz

Je nach Branche unterscheiden sich die Anforderungen an die Lagerhaltung stark, abhängig auch vom Organisationsgrad des Unternehmens und den wirtschaftlichen sowie logistischen Abhängigkeiten. Die Automobilindustrie beispielsweise setzt vielfach auf Just-in-Time-Belieferung, womit der Aufwand für eine eigene Lagerhaltung möglichst gering ausfallen soll. Andere wiederum, z.B. das Ersatzteillager in der Industrie, fokussiert sich auf eine möglichst große Bandbreite an Komponenten.

Welche Bestellmenge ist optimal, um wirtschaftlich effizienz arbeiten zu können? Auskunft darüber gibt die optimale Bestellmenge, die ein Kennzahl der Betriebswirtschaftslehre ist.

Optimale Bestellmenge: Definition und Erklärung

Je mehr Waren und Güter in einem Lager eingelagert werden und je länger diese dort verbleiben, desto mehr Liquidität wird hierdurch gebunden. Diese fehlt mitunter an anderer Stelle, was die Handlungsfähigkeiten des Unternehmens beschränkt. Firmen aller Art sind daher bemüht, die für sie optimale Bestellmenge zu ermitteln. Das bezeichnet eine Kennzahl, die ausdrückt, welche Bestellmenge sich für das Unternehmen am ehesten „rechnet“.

Gemeint ist damit, dass der einzelne Aufwand für die Bestellung mit dem damit verbundenen Lagerhaltungskosten abgewogen wird. Konkret steht die optimale Bestellmenge für die Menge an Artikeln/Gütern, die mit den geringsten Gesamtkosten (variable + fixe Lagerhaltungs- und Bestellkosten)  einhergeht – parallel zum jeweiligen Service- oder Qualitätsniveau, welches das Unternehmen erreichen will.

Verfahren zur Berechnung des optimalen Bestellmenge:

  • Formel nach Andler (Basis: eine konstante, statische Nachfrage)
  • Formel nach Wagner-Within (Basis: eine dynamische Nachfrage)

Grundüberlegungen zur optimalen Bestellmenge

Im Rahmen der Beschaffungslogistik wird eine Bestellmenge definiert, die es dem Unternehmen ermöglicht, die Gesamtkosten für Bestellung und Lagerhaltung in Bezug zum gewünschten Servicegrad auf ein Minimum zu drücken. Sofern der Jahresbedarf bekannt ist und sich zudem über die Kalenderwochen bzw. saisonal verteilt, lässt sich so die optimale Strategie für Bestellungen entwickeln. In dem Fall sind immer genügend Waren vorrätig und Warenflüsse so geplant, dass sie bei geringstem organisatorischen und finanziellen Aufwand möglich werden.

Allerdings: Es existiert ein Zielkonflikt zwischen den Lagerhaltungskosten sowie den Aufwendungen für die Beschaffung. Wenn zu geringe Mengen in überschaubaren Zeiträumen beschafft werden, steigen die Beschaffungskosten – nicht zuletzt aufgrund des individuellen Aufwands und fehlender Rabatte aufgrund zu geringer Mengen. Zudem müssen in diesem Kontext höhere Lagerkostenkosten (= gebundenes Kapital) betrachtet werden, die bei großen Mengen innerhalb eines langen Zeitraums anfallen.

Es gibt also ein Problem zwischen der Theorie der optimalen Bestellmenge und den praktisch relevanten Aspekten, die ein Unternehmen selbst beeinflussen kann. Um das näher auszuführen, lohnt ein Blick auf die Bestandteile der jeweiligen Kostenbereiche.

  • Bestellkosten: Gemeint sind sämtliche Kosten, die mit der Abwicklung der Bestellung in Verbindung stehen. Von der Vorbereitung über den tatsächlichen Bestellabschluss bis hin zur Abwicklung des Kaufs. Je größer die Menge an abgenommenen Waren, desto eher lassen sich hier Einkaufsrabatte erzielen.
  • Lagerhaltungskosten: Gemeint sind die Kosten, die für den Betrieb des Lagers anfallen. Einerseits durch Fixkosten für Räume und Personal, anderseits durch das darin gebundene Kapital. Zudem fallen kosten für Versicherungen an, müssen Wertminderungen berücksichtigt und Aufwendungen für die Vorratshaltung insgesamt betrachtet werden.

 

 

Bild: insta_photos / Shutterstock

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