Bestandsabweichungen im Lager vermeiden
Wirklich wissen, was im Regal liegt
Verlässlicher Bestand statt BauchgefühlSpätestens bei der jährlichen Stichtagsinventur wird jedem Lagerverantwortlichen die Dringlichkeit des Themas bewusst: Bestandsabweichungen. Sie treten am Tag einer Vollerhebung unerbittlich zu Tage und nicht nur die Wirtschaftsprüfer und Vorgesetzten fordern Aufklärung. Wer sich erst jetzt mit Bestandsabweichungen oder der Bestandssicherheit beschäftigt, handelt zu spät. Ein präziser Lagerbestand ist schließlich an jedem Tag des Jahres der Schlüssel für reibungslose Abläufe, zufriedene Kunden und wirtschaftlichen Erfolg.
Bestandsabweichungen – also Differenzen zwischen dem im System verbuchten und dem physisch vorhandenen Bestand – führen zu unerwarteten Lieferengpässen, hohen Kosten für das Nachbearbeiten und nicht selten auch zu Kundenverlusten. Vor allem in den Bereichen eCommerce und Produktion, aber auch im stationären Handel müssen Bestandsabweichungen mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln minimiert werden. Völlig ausschließen wird man sie nie, denn menschliche Fehler wird es immer geben.
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Warum entstehen Bestandsabweichungen?
Neben menschlichen Fehlern gibt es eine Reihe weiterer Gründe für Bestandsdifferenzen. Die Bandbreite ist groß und reicht von technischen Problemen bis hin zu organisatorischen Schwächen. Ein nicht synchronisiertes oder fehlerhaft angebundenes Warehouse Management System (WMS) kann zum Beispiel dazu führen, dass Buchungen verloren gehen oder falsch verarbeitet werden. In diesem Fall spricht man von systembedingten Inkonsistenzen.
Oft werden Warenein- oder -ausgänge nicht korrekt erfasst. Etwa, wenn Mitarbeitende Artikel ins Regal legen, ohne den Wareneingang im System zu buchen, oder umgekehrt Artikel entnehmen, ohne sie auszubuchen. Diese Ursache bezeichnet man als fehlerhafte Buchung.
Ursachen von Bestandsabweichungen:
- Fehlerhafte Buchungen
- Falsche Artikelidentifikation
- Inventurdifferenzen
- Schwund und Diebstahl
- Systembedingte Inkonsistenzen
Die häufigsten Fehlerquellen in der Praxis
Besonders bei manuell gesteuerten Prozessen kann es leicht zu Verwechslungen kommen – etwa beim Kommissionieren oder Umpacken. Unklare Beschriftungen, beschädigte Etiketten oder ähnliches führen dazu, dass falsche Artikel bewegt werden. Diesen Fehler nennt man falsche Artikelidentifikation.
Fehler bei der Durchführung der Inventur oder beim Abgleich der Systemdaten mit dem realen Bestand gehören zu den häufigsten Ursachen für Differenzen. Man spricht hier von Inventurdifferenzen. Schließlich führt leider auch gezielter Diebstahl oder ein unbeabsichtigter Schwund – zum Beispiel durch Beschädigungen – zu Lücken im Lagerbestand. Diese Ursachen werden als Schwund und Diebstahl bezeichnet.
Präventive Maßnahmen gegen Bestandsabweichungen
- Klare und durchgängige Prozessdefinition
- Einsatz moderner Lagertechnik
- Ein leistungsfähiges WMS
- Permanente Inventur statt Stichtagsstress
- Schulung und Sensibilisierung der Mitarbeitenden
- Physische Lagerorganisation optimieren
Automatisierung und moderne Kommissioniersysteme
Automatisierte und weitgehend unterstützte Prozesse vermeiden menschliche Fehler. Mit dem Scannen und Auslesen von Barcodes und RFID-Labels lässt sich die Prozesssicherheit erheblich erhöhen. Die automatische Identifikation und Buchung über Scanprozesse reduziert Fehlbuchungen. Pick-by-Light oder Put-to-Light Systeme sind weitere Garanten für einen deutlichen Gewinn an Qualität: Durch Lichtsignale werden die Mitarbeitenden optisch durch den gesamten Kommissionierprozess geführt. Damit werden Fehler beim Entnehmen und Einlagern von Artikeln minimiert. Nicht zuletzt helfen auch Lagerlifte und eine automatische Fördertechnik beim Vermeiden von Bestandsabweichungen. Je nach Lagergröße und Produktstruktur können automatisierte Systeme nicht nur Effizienz, sondern auch Genauigkeit verbessern.
Permanente statt Stichtags-Inventur
Die klassische Jahresinventur hat den Nachteil, dass sie nur einmal im Jahr eine Momentaufnahme liefert. Das Zählen aller Artikel in kürzester Zeit birgt zudem ein großes Fehlerpotenzial. Dadurch werden vermeintlich korrekte Bestände im WMS übernommen. Deutlich besser ist die permanente Inventur: Hierbei werden regelmäßig Stichproben oder Teilbereiche des Lagers gezählt und direkt mit dem Systembestand abgeglichen. Das bietet mehrere Vorteile: Fehler werden frühzeitig erkannt, der Aufwand verteilt sich über das ganze Jahr und die Mitarbeitenden entwickeln ein stärkeres Bewusstsein für Bestandssicherheit. Voraussetzung dafür ist allerdings eine hohe Buchungsdisziplin und ein verlässliches WMS.
Physische Lagerorganisation optimieren
Die klassische Jahresinventur hat den Nachteil, dass sie nur einmal im Jahr eine Momentaufnahme liefert. Das Zählen aller Artikel in kürzester Zeit birgt zudem ein großes Fehlerpotenzial. Dadurch werden vermeintlich korrekte Bestände im WMS übernommen. Deutlich besser ist die permanente Inventur: Hierbei werden regelmäßig Stichproben oder Teilbereiche des Lagers gezählt und direkt mit dem Systembestand abgeglichen. Das bietet mehrere Vorteile: Fehler werden frühzeitig erkannt, der Aufwand verteilt sich über das ganze Jahr und die Mitarbeitenden entwickeln ein stärkeres Bewusstsein für Bestandssicherheit. Voraussetzung dafür ist allerdings eine hohe Buchungsdisziplin und ein verlässliches WMS.
Bestandsgenauigkeit ist machbar
Bestandsdifferenzen im Lager entstehen nicht zufällig, sondern sind in der Regel Folge von Prozessschwächen, fehlender Transparenz oder mangelnder Systemunterstützung. Unternehmen, die auf klare Prozesse, qualifizierte Mitarbeitende und moderne Technologie setzen, können diese Risiken jedoch deutlich reduzieren. Schon mit einfachen Maßnahmen wie konsequentem Scannen, regelmäßigen Stichproben und Mitarbeiterschulungen lassen sich jedoch viele Fehler vermeiden. Wer darüber hinaus in digitale Tools, Automatisierung und ein leistungsfähiges WMS investiert, schafft die Grundlage für langfristige Bestandssicherheit – und damit für zufriedene Kunden, stabile Prozesse und wirtschaftlichen Erfolg.
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