Mit über 50 Jahren Erfahrung zählt die Amm GmbH & Co. KG Spedition zu den etablierten Logistikdienstleistern der Metropolregion Nürnberg. Als CargoLine-Partner bietet das familiengeführte Unternehmen nationale und internationale Transportlösungen sowie Leistungen in den Bereichen Container-, Kontrakt- und Schwerlastlogistik. Qualität, Kundennähe und die kontinuierliche Weiterentwicklung von Prozessen und Services stehen dabei im Mittelpunkt.
Branche: Spedition, Stückgut, Teil- und Komplettladung, Logistik-Dienstleistungen
Überblick über das Unternehmen AMM GmbH & Co. KG Spedition
- Hauptsitz: Nürnberg, Deutschland
- Gegründet 1966, Gesellschafter der CargoLine seit 1995
- Leistungsportfolio: Spedition, Kontraktlogistik, Lagerlogistik, nationale & internationale Transporte
- Logistikflächen: mehrere Lager- und Umschlagstandorte im Großraum Nürnberg
Vom Stückgut-Druck zur Prozess-Exzellenz
Die AMM GmbH & Co. KG Spedition gehört seit vielen Jahren zu den etablierten mittelständischen Logistikunternehmen im süddeutschen Raum. Als Partner der Stückgutkooperation CargoLine ist AMM täglich in ein hochdynamisches Netzwerk eingebunden, in dem Zuverlässigkeit, Geschwindigkeit und präzise abgestimmte Prozesse entscheidend sind.
Gerade im Stückgutgeschäft steigen die Anforderungen kontinuierlich: höhere Sendungsmengen, engere Zeitfenster, Fachkräftemangel und zunehmender Kostendruck. Vor diesem Hintergrund hat sich AMM frühzeitig dafür entschieden, die eigene Nahverkehrsdisposition grundlegend neu zu denken – mit einem klaren Ziel: mehr Automatisierung, mehr Transparenz und weniger operative Abhängigkeiten.
Heute plant das Unternehmen rund 95 Prozent seiner Nahverkehrsdisposition automatisiert – und hat damit nicht nur die Disposition selbst verändert, sondern auch die Abläufe in der Umschlagshalle nachhaltig verändert und optimiert.
Von der personellen Abhängigkeit zur planbaren Disposition
Vor der Einführung der Software war die Disposition stark an manuelle Prozesse gebunden. Die Planung fand überwiegend nachts statt und beanspruchte dauerhaft zwei bis drei Vollzeitkräfte. Gleichzeitig wurde es zunehmend schwieriger, qualifiziertes Personal für die Nachtarbeit zu gewinnen. Hinzu kam ein weiteres Risiko: Das operative Know-how lag bei wenigen erfahrenen Mitarbeitenden. Fielen diese aus, entstand schnell ein Engpass im Tagesgeschäft.
AMM wollte diese Abhängigkeiten reduzieren, ohne dabei die Qualität der Tourenplanung zu gefährden. Heute läuft die Disposition deutlich strukturierter und planbarer ab. Sobald gegen 23 Uhr alle relevanten Daten eingegangen sind, sind bereits rund 96 Prozent der Sendungen verplant.
Im anschließenden Nachtlauf verarbeitet das System eigenständig etwa 1.500 Sendungen, konsolidiert Stopps automatisch und erstellt fertige Rollkarten für den nächsten Morgen. Ab 6 Uhr kann die Beladung der Fahrzeuge direkt starten. Die klassische nächtliche Dispositionsarbeit wurde damit weitgehend automatisiert.
Flexible Planung statt starrer Tourenlogik
Ein zentraler Erfolgsfaktor des Projekts war die flexible Systemlogik. Anstatt starre Tourenmodelle vorzugeben, bildet die Software pLG Tourenplanung der proLogistik Group die tatsächlichen Anforderungen des Tagesgeschäfts dynamisch ab.
Moritz Reiser, Speditionsleiter bei AMM, beschreibt diesen Ansatz wie folgt:
„Stellen Sie sich einen großen Topf vor, in den man alle Sendungen wirft. Dann kann man die Filter im System so aufbauen, dass alles da endet, wo man es braucht und wie man es haben möchte.“
Die Software berücksichtigt dabei unterschiedlichste Restriktionen und Vorgaben – von Zustellgebieten und Zeitfenstern bis hin zu wirtschaftlichen Parametern wie Mindeststopps pro Tour. Besonders wertvoll für AMM ist, dass sich das System kontinuierlich weiterentwickelt und aus den täglichen Prozessen lernt. Dazu gehören unter anderem:
- Automatische Vorschläge für Warenannahmezeiten
- Dynamische Berechnung realer Standzeiten beim Kunden
- Lernendes Adressmapping und Geokodierung
- Kontinuierliche Optimierung der Tourenqualität
Dadurch wird die Planung mit jeder gefahrenen Tour präziser und verlässlicher.
Prozesse neu denken statt einfach digitalisieren
Die Einführung der automatisierten Disposition bedeutete für AMM nicht nur eine neue Software – sondern auch ein Umdenken bestehender Abläufe. Zu Beginn stand die Frage im Raum, ob sich alle bewährten Prozesse überhaupt digital abbilden lassen. Schnell wurde klar: Nicht jeder bestehende Ablauf musste eins zu eins übernommen werden.
Moritz Reiser erinnert sich:
„Man muss manche Dispo-Prozesse neu denken und auch mal out of the Box denken. So sind wir auf Optionen gestoßen, an die wir vorher nicht gedacht hatten.“
AMM entschied sich bewusst für eine schrittweise Einführung. Zunächst wurden kleinere Zustellgebiete pilotiert und sukzessive erweitert. Das reduzierte Risiken und ermöglichte es dem Team, Erfahrungen mit dem neuen System zu sammeln. Heute arbeitet die Disposition nach dem Prinzip „Management by Exception“: Das Fachwissen der Mitarbeitenden wurde im System hinterlegt. Die Disponenten konzentrieren sich primär auf Sonderfälle und Abweichungen, die das System meldet, anstatt jede Tour manuell zu planen. So entstehen Freiräume für strategische Aufgaben, während die operative Belastung gleichzeitig deutlich reduziert wird.
Spürbare Effekte in der Umschlagshalle
Die Auswirkungen der automatisierten Planung sind nicht nur in der Disposition selbst spürbar, sondern zeigen sich auch direkt in der Umschlagshalle. Im Zuge der Einführung wurde die gesamte Tourplatzstruktur neu organisiert. Da die Tourenplanung nun verlässlich und konsistent erfolgt, stehen an den Bereitstellungsplätzen nur noch die Sendungen, die tatsächlich für das jeweilige Fahrzeug vorgesehen sind.
Das Ergebnis:
- Weniger Suchaufwand
- Kaum noch nachträgliches Umsortieren
- Klarere Abläufe in der Halle
- Schnellere Beladung der Fahrzeuge
Dadurch konnten die Ladezeiten pro Fahrzeug im Schnitt um rund 20 Minuten reduziert werden. Gleichzeitig profitiert AMM von deutlich mehr Transparenz im Reporting, was insbesondere im Stückgutnetzwerk ein immer wichtigerer Faktor wird.
Akzeptanz durch Transparenz und einfache Bedienbarkeit
Wie bei vielen Digitalisierungsprojekten gab es auch bei AMM anfangs Vorbehalte – insbesondere bei den erfahrenen Mitarbeitenden, die jahrelang mit bewährten Prozessen gearbeitet hatten. Der entscheidende Erfolgsfaktor war deshalb die Einbindung des Teams. Durch die schrittweise Einführung wurden erste Erfolge schnell sichtbar. Gleichzeitig überzeugte die Software durch ihre intuitive Bedienbarkeit und ihre klar strukturierte Benutzeroberfläche.
Heute wird das System im Arbeitsalltag vollständig akzeptiert. Die einfache Handhabung sorgt zudem dafür, dass selbst bei kurzfristigen Personalausfällen die operative Handlungsfähigkeit erhalten bleibt. Nach Einschätzung von AMM könnte im Notfall selbst ein fachfremder Mitarbeiter einen Großteil der Planung erfolgreich abschließen – ein enormer Vorteil in Zeiten des
zunehmenden Fachkräftemangels.
Fazit: Digitalisierung als echter Wettbewerbsvorteil
Durch die automatisierte Nahverkehrsdisposition hat AMM Prozesse vereinfacht, Mitarbeitende entlastet und die Effizienz im Tagesgeschäft spürbar gesteigert. Das Beispiel zeigt: Eine intelligente Disposition schafft nicht nur mehr Transparenz und Stabilität, sondern wird im Stückgutgeschäft zunehmend zum entscheidenden Wettbewerbsvorteil.
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Der Praxis-Rat: Fünf Regeln für die Systemeinführung
Speditionsleiter Moritz Reiser formuliert auf Basis seiner fünfjährigen Praxiserfahrung einen realistischen Leitfaden für Unternehmen, die ihre Disposition automatisieren möchten.
- Stammdatenpflege: Ein System ist nur so gut wie seine Datenbasis. Die Pflege erfordert Sorgfalt und Genauigkeit.
- Prozessreflexion: Bestehende Abläufe sollten im Vorfeld hinterfragt und nicht blind digitalisiert werden.
- Ressourcen bereitstellen: Die Implementierung erfordert feste personelle und zeitliche Kapazitäten im Unternehmen.
- Fehlertoleranz mitbringen: Innovationsprojekte verlaufen selten linear. Auch AMM musste im Prozess Anpassungen vornehmen – entscheidend ist das gemeinsame Nachjustieren.
- Klares Commitment: Das Management und das Projektteam müssen vollkommen hinter der Entscheidung und dem System stehen.
Dank seiner langjährigen Erfahrung – von der Ausbildung über die Disposition bis hin zu Führungspositionen – kennt er die Herausforderungen der Transportlogistik aus erster Hand und berichtet im Anwenderbericht aus der täglichen Praxis bei Amm.