Integration eines Telematik-Systems in bestehende IT-Landschaften
Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein, um ein Telematiksystem in die bestehende IT-Landschaft zu integrieren?
Eine Telematik-Lösung verspricht erhebliche Effizienzgewinne. Dazu gehören die Transparenz über Fahrzeugbewegungen, eine optimierte Routenplanung, reduzierte Betriebskosten und eine verbesserte Auslastung von Flotten.
Eine ausgereifte Telematiklösung bietet dabei nicht nur Prozess- und Trackingfunktionen, sondern auch alle notwendigen Schnittstellen- und Integrationsoptionen. Schließlich ist die Telematik immer in eine Systemlandschaft eingebettet.
Diese besteht vor allem aus Transport Management Systemen (TMS), aber auch aus Warehouse Management Systemen, sowie anderer Fremdsoftware oder GPS-Plattformen. Lösungen wie pLG Telematik bieten darüber hinaus auch Exportschnittstellen für JPG- und PDF-Dateien. So können Telematik-Daten gezielt für weitere Prozesse oder externe Anwendungen bereitgestellt werden.
Wer als Spediteur häufig mit Subunternehmern kooperiert, braucht zusätzlich einen App-Server für ein schnelles und sicheres Verteilen der Fahrer-Apps*.
(*siehe auch den Beitrag zum Thema: Telematik ohne spezifische Hardware: So leicht lassen sich Subunternehmer in die eigene Lieferkette integrieren)
Die von der proLogistik Group (pLG) entwickelte Lösung pLG Telematik bietet alle genannten Voraussetzungen und lässt sich problemlos in vorhandene IT- und Logistiksysteme einfügen. Dafür spricht die Vielzahl der bereits vorhandenen und bewährten Schnittstellen aus unzähligen Kundenprojekten.
Für viele Kunden lassen sich dadurch bestehende Systeme ohne aufwendige Neuentwicklung anbinden. Das verkürzt Implementierungszeiten, reduziert Integrationsaufwand und macht die Lösung besonders attraktiv für gewachsene IT-Landschaften.
Darüber hinaus bietet proLogistik individuelle Schnittstellen zu kundeneigenen TMS oder anderen Individual-Entwicklungen.
Doch letztlich spielt es keine Rolle, ob es sich um standardisierte oder individuelle Schnittstellen handelt: In jedem Fall fungieren Schnittstellen als zentrale Brücke zwischen isolierten Systemen. Schnittstellen entscheiden über Erfolg oder Misserfolg eines Telematik-Projekts, das in 10 Phasen eingeteilt werden kann.
Die 10 Phasen eines erfolgreichen Telematik-Projekts
1. Systemlandschaft verstehen und analysieren
2. Klare Definition der Integrationsziele
3. Standardisierte Schnittstellenformate
4. Datenqualität und -konsistenz sicherstellen
5. Echtzeitfähigkeit oder Batch-Verarbeitung
6. IT-Sicherheit und Datenschutz
7. Skalierbarkeit und Zukunftssicherheit
8. Monitoring und Fehlerhandling
9. Zusammenarbeit mit Anbietern und Partnern
10. Teststrategie und schrittweise Einführung
1. Systemlandschaft verstehen und analysieren
Bevor überhaupt über Schnittstellen gesprochen werden kann, ist eine fundierte Bestandsaufnahme der vorhandenen IT-Systeme erforderlich. Dazu zählen typischerweise ERP-Systeme, Transport Management Systeme (TMS), Warehouse Management Systeme (WMS) oder Fuhrparkmanagement-Software. Hinzu kommen gegebenenfalls noch branchenspezifische Speziallösungen.
Wichtig ist, die Datenflüsse zwischen diesen Systemen zu verstehen: Welche Daten werden wo erzeugt, verarbeitet und benötigt? Nur so lässt sich definieren, welche Informationen das Telematiksystem liefern oder empfangen muss.
Bestandteile einer Systemlandschaft:
- ERP-Systeme
- Transport Management Systeme (TMS)
- Warehouse Management Systeme (WMS)
- Fuhrparkmanagement-Software
- Bei Bedarf: branchenspezifische Speziallösungen
2. Klare Definition der Integrationsziele
Ein häufiger Fehler besteht darin, Schnittstellen „auf Vorrat“ zu entwickeln. Stattdessen sollten Unternehmen präzise festlegen, welche Anwendungsfälle unterstützt werden sollen.
Zu den typischen Anwendungsfällen gehört das automatische Übertragen von Auftragsdaten aus dem ERP, WMS oder TMS an das Telematiksystem. Ein zweites Beispiel sind Rückmeldungen der Positions- und Statusdaten aus dem Telematiksystem an das TMS.
Auch das Integrieren von Fahrerdaten in die Lohnabrechnung verlangt eine eigene Schnittstelle. Ein weiteres Ziel könnte das Auswerten von Fahrzeugdaten für die Wartungsplanung sein. Diese Zieldefinition bildet die Grundlage für alle weiteren technischen Entscheidungen.
Typische Anwendungsfälle für Telematik-Schnittstellen:
- Automatische Übertragung von Auftragsdaten an das Telematiksystem
- Rückmeldung von Positions- und Statusdaten an das TMS
- Integration von Fahrerdaten in die Lohnabrechnung
- Auswerten von Fahrzeugdaten für Wartungsplanung
3. Standardisierte Schnittstellenformate
Ein zentraler Erfolgsfaktor ist die Nutzung standardisierter Schnittstellen und Datenformate. Proprietäre Lösungen führen häufig zu hohem Wartungsaufwand und erschweren spätere Erweiterungen.
Moderne Telematiksysteme sollten mindestens eine gut dokumentierte REST-API bereitstellen. Diese ermöglicht eine flexible und skalierbare Integration in nahezu jede IT-Umgebung.
Bewährte Schnittstellen-Standards:
- REST-APIs (heute de-facto Standard für Webservices)
- SOAP (in älteren Systemlandschaften noch verbreitet)
- EDI (Electronic Data Interchange) für strukturierte Geschäftsdaten
- JSON und XML als Datenformate
4. Datenqualität und -konsistenz sicherstellen
Schnittstellen sind nur so gut wie die Daten, die sie transportieren. Inkonsistente oder fehlerhafte Daten führen schnell zu Prozessstörungen. Deshalb müssen im Vorfeld klare Regeln definiert werden.
Diese Regeln beziehen sich auf einheitliche Datenformate wie zum Beispiel für Datums- und Zeitangaben. Außerdem muss es verbindliche Stammdatenstrukturen wie zum Beispiel für Fahrzeug-IDs oder Fahrer-IDs geben. Ebenso wichtig ist es, Plausibilitätsprüfungen und Validierungsmechanismen für Daten zu implementieren. Nicht zuletzt muss auch gewährleistet sein, dass Dubletten vermieden werden.
Ein häufig unterschätzter Punkt ist die Synchronisation von Stammdaten zwischen Systemen. Ohne klare Regeln kann es hier schnell zu Inkonsistenzen kommen.
Regeln für eine systemübergreifend hohe Datenqualität:
- Einheitliche Datenformate
- Verbindliche Stammdatenstrukturen
- Plausibilitätsprüfungen und Validierungsmechanismen
- Vermeiden von Dubletten
5. Echtzeitfähigkeit oder Batch-Verarbeitung
Je nach Anwendungsfall stellt sich die Frage, ob Daten in Echtzeit übertragen werden müssen oder ob eine zeitversetzte Stapelverarbeitung (Batch) ausreicht. Die Entscheidung beeinflusst maßgeblich die technische Architektur und die Anforderungen an Schnittstellenperformance.
Die Echtzeit-Übertragung ist dann sinnvoll, wenn Fahrzeuge permanent verfolgt beziehungsweise getrackt werden sollen (Live Tracking). Auch die dynamische Routenoptimierung und verschiedene ereignisgesteuerte Prozesse wie zum Beispiel Ankunftsmeldungen setzen eine Datenübertragung in Echtzeit voraus.
Die Batch-Verarbeitung genügt hingegen völlig, wenn lediglich Tagesberichte oder historischen Analysen erstellt werden, oder Abrechnungsdaten übertragen werden.
6. IT-Sicherheit und Datenschutz
Telematiksysteme verarbeiten sensible Daten, darunter Auftragsdaten und Standortinformationen. Daher sind hohe Sicherheitsstandards zwingend erforderlich – das gilt vor allem beim Einsatz von Subunternehmern. Zum Einsatz kommen das Verschlüsseln von Daten, Authentifizierungs- und Autorisierungsmechanismen, rollenbasierte Zugriffskonzepte und das Berücksichtigen der DSGVO.
Besonders in Europa spielt der Datenschutz eine zentrale Rolle. Unternehmen müssen sicherstellen, dass personenbezogene Daten nur im zulässigen Rahmen verarbeitet werden.
Bei der Lösung pLG Telematik erfolgt die Kommunikation verschlüsselt und DSGVO-konform. Auf Wunsch kann sie auch mit zusätzlichen Sicherheitsmechanismen wie VPN oder Blockchain-Komponenten ausgestattet werden*.
(*siehe auch den Beitrag Datenschutz und Telematik: Einhalten der DSGVO beim Einsatz von Subunternehmern)
Maßnahmen für maximalen Datenschutz:
- Verschlüsselte Datenübertragung (z. B. HTTPS, VPN)
- Authentifizierungs- und Autorisierungsmechanismen (z. B. OAuth 2.0)
- Rollenbasierte Zugriffskonzepte
- Einhalten der gesetzlichen Vorgaben (z. B. DSGVO)
7. Skalierbarkeit und Zukunftssicherheit
Die IT-Landschaft eines Unternehmens ist kein statisches Konstrukt. Neue Systeme kommen hinzu, bestehende werden ersetzt oder erweitert. Schnittstellen sollten daher von Anfang an skalierbar und flexibel konzipiert sein.
Dieses Ziel wird zum Beispiel durch einen modularen Aufbau der Integrationsarchitektur unterstützt. Aber auch der Einsatz von Middleware oder Integrationsplattformen dienen der Flexibilität. Gleiches gilt für eine lose Kopplung der Systeme (Loose Coupling) und die Versionierung von APIs.
So bleibt das System auch bei zukünftigen Anforderungen anpassungsfähig.
Voraussetzungen für die Skalierbarkeit von Schnittstellen:
- Modularer Aufbau der Integrationsarchitektur
- Nutzung von Middleware oder Integrationsplattformen
- Lose Kopplung der Systeme (Loose Coupling)
- Versionierung von APIs
8. Monitoring und Fehlerhandling
Im laufenden Betrieb ist es entscheidend, dass Schnittstellen stabil funktionieren. Gleichzeitig müssen Fehler schnell erkannt und behoben werden können. Empfehlenswert ist deshalb ein zentrales Monitoring aller Schnittstellenprozesse sowie das Protokollieren (Loggen) von Datenübertragungen. Ein professionelles Monitoring reduziert Ausfallzeiten und erhöht die Betriebssicherheit erheblich.
Eine weitere Sicherheitsmaßnahme ist das automatische Benachrichtigen bei Fehlern und Mechanismen zum Wiederholen fehlgeschlagener Transaktionen.
Maßnahmen für maximale Stabilität von Schnittstellen:
- Zentrales Monitoring aller Schnittstellenprozesse
- Logging von Datenübertragungen
- Automatische Benachrichtigungen bei Fehlern
- Mechanismen zur Wiederholung fehlgeschlagener Transaktionen
9. Zusammenarbeit mit Anbietern und Partnern
Das Integrieren eines Telematik-Systems ist selten ein reines IT-Projekt. Sie erfordert eine enge Abstimmung zwischen internen IT-Abteilungen, verschiedenen Fachbereichen wie Disposition und Fuhrparkmanagement, dem Telematik-Anbieter und bei Bedarf den externen Integrationspartnern.
Wichtig ist, dass alle Beteiligten ein gemeinsames Verständnis der Anforderungen und Prozesse entwickeln. Eine saubere Dokumentation der Schnittstellen spielt dabei eine zentrale Rolle.
10. Teststrategie und schrittweise Einführung
Eine umfassende Testphase ist unverzichtbar. Dabei sollten nicht nur technische Aspekte geprüft werden, sondern auch die Auswirkungen auf Geschäftsprozesse. Empfohlen wird deshalb ein mehrstufiger Ansatz aus Unit-Tests der einzelnen Schnittstellen, Integrationstests zwischen den Systemen, User Acceptance Tests sowie einem Pilotbetrieb mit ausgewählten Fahrzeugen oder Regionen
Erst nach erfolgreichem Abschluss dieser Phasen sollte die vollständige Einführung erfolgen.
Vier Schritte für eine erfolgreiche Einführung:
- Unit-Tests der einzelnen Schnittstellen
- Integrationstests zwischen den Systemen
- User Acceptance Tests (UAT) mit den Fachabteilungen
- Pilotbetrieb mit ausgewählten Fahrzeugen oder Regionen
Fazit
Das Integrieren eines Telematik-Systems ist weit mehr als ein technisches Projekt – sie ist ein strategischer Eingriff in die bestehende IT- und Prozesslandschaft. Die im Idealfall schon vorhandenen und bewährten Schnittstellen des Telematik-Anbieters spielen dabei eine Schlüsselrolle.
Unternehmen, die auf standardisierte Technologien, saubere Datenstrukturen und eine durchdachte Integrationsarchitektur setzen, schaffen die Grundlage für nachhaltigen Erfolg.
Telematik Modulbeschreibung
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